THG-Quote: Prämie für Elektroauto-Halter erklärt
Zuletzt aktualisiert am 03. März 2026
Die THG-Quote – kurz für Treibhausgasminderungsquote – ist ein gesetzliches Klimaschutzinstrument, das Haltern von Elektroautos eine jährliche Prämie einbringt. Das Prinzip: Mineralölkonzerne sind per Gesetz verpflichtet, ihre CO2-Emissionen zu senken. Schaffen sie das nicht aus eigener Kraft, müssen sie CO2-Einsparungen in Form von Zertifikaten einkaufen – und genau hier kommen Elektroauto-Halter ins Spiel.
Wie funktioniert die THG-Quote?
Der Mechanismus besteht aus drei Schritten:
- Emissionseinsparung: Als Halter eines reinen Elektroautos verursachst Du keine direkten Fahremissionen. Diese eingesparten Emissionen lassen sich in ein handelbares Zertifikat umwandeln.
- Zertifizierung: Du registrierst Dich bei einem THG-Quoten-Anbieter (Zwischenhändler) und reichst ein Foto Deines Fahrzeugscheins ein. Der Anbieter beantragt die Zertifizierung beim Umweltbundesamt (UBA).
- Verkauf: Der Anbieter bündelt die Zertifikate vieler E-Auto-Halter und verkauft sie an Mineralölkonzerne, die damit ihre gesetzliche Quote erfüllen. Den Erlös gibt der Anbieter abzüglich seiner Provision an Dich weiter.
Die Prüfung beim Umweltbundesamt dauert aktuell etwa 3 bis 6 Monate – die Auszahlung erfolgt also nicht sofort nach der Registrierung.
Wer ist berechtigt?
Die THG-Quote steht nicht allen Fahrzeugtypen offen:
Berechtigt:
- Rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) – also Autos, die ausschließlich mit Strom fahren
- Elektrische Motorräder
- Elektrische Lkw
Nicht berechtigt:
- Plug-in-Hybride – wegen des vorhandenen Verbrennungsmotors
- Leichtfahrzeuge der Klassen L1E bis L6E (z. B. E-Roller, Segways)
- Private Wallboxen auf dem eigenen Grundstück (dafür gibt es einen separaten Mechanismus)
Marktentwicklung 2026
Nach einem deutlichen Preisverfall im Jahr 2025 steigen die THG-Prämien 2026 wieder an. Die erwartete Bandbreite liegt bei 165 bis 300 Euro pro Jahr – je nach Anbieter und Auszahlungsmodell.
Die Gründe für den Anstieg:
- EU-Strafzölle gegen billigen China-Biodiesel: Mineralölkonzerne konnten bisher günstig Biodiesel importieren, um ihre Quote zu erfüllen. Durch die neuen Strafzölle wird diese Alternative teurer – und die Nachfrage nach THG-Zertifikaten steigt.
- Carry-over-Verbot: Ein neues Gesetz verbietet es Ölkonzernen, überschüssige Zertifikate aus Vorjahren auf das aktuelle Jahr anzurechnen. Jedes Jahr muss die Quote neu erfüllt werden – das treibt die Preise.
Ablauf: So holst Du Dir die THG-Prämie
- Anbieter wählen: Vergleiche verschiedene THG-Quoten-Portale hinsichtlich Prämienhöhe, Auszahlungszeitpunkt und Vertragsbedingungen.
- Registrieren: Melde Dich beim Anbieter an und lade ein Foto der Vorderseite Deines Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I) hoch.
- Warten: Der Anbieter reicht den Antrag beim Umweltbundesamt ein. Die Bearbeitungszeit beträgt derzeit 3 bis 6 Monate.
- Auszahlung erhalten: Nach erfolgreicher Zertifizierung erhältst Du die Prämie – je nach Anbieter als Sofortauszahlung (geringerer Betrag) oder nach Verkauf der Zertifikate (höherer Betrag).
Der Vorgang wird jedes Jahr wiederholt – die THG-Quote ist eine jährliche Prämie, solange Du Halter eines berechtigten Elektroautos bist.
Steuerliche Behandlung
- Privatpersonen: Die THG-Prämie ist für Privatpersonen komplett steuerfrei. Du musst sie weder in der Steuererklärung angeben noch versteuern.
- Firmenwagen: Bei gewerblich zugelassenen Fahrzeugen muss die Prämie als Betriebseinnahme regulär versteuert werden.
THG-Quote im Auto-Abo
Beim Auto-Abo mit einem reinen Elektrofahrzeug hängt die THG-Berechtigung davon ab, wer als Halter im Fahrzeugschein eingetragen ist. In den meisten Fällen ist das der Abo-Anbieter – dann steht die THG-Prämie dem Anbieter zu, nicht Dir als Nutzer. Einige Anbieter geben die Prämie jedoch an ihre Kunden weiter oder verrechnen sie mit der Monatsrate. Prüfe die Vertragsbedingungen, bevor Du ein Elektro-Abo abschließt.
Fazit
Die THG-Quote ist eine unkomplizierte Möglichkeit, als Halter eines Elektroautos jährlich bis zu 300 Euro zu verdienen – steuerfrei und ohne großen Aufwand. Mit dem erwarteten Preisanstieg 2026 lohnt sich die Registrierung wieder deutlich mehr als im Vorjahr. Entscheidend ist, einen seriösen Anbieter mit transparenten Konditionen zu wählen und die Bearbeitungszeit beim Umweltbundesamt einzuplanen. Aktuelle Elektro-Angebote im Auto-Abo findest Du auf Abomo.
